Rundgrab des Florus
Römerstadt Carnuntum, Petronell-Carnuntum
Das Grab des Florus wurde im Jahr 1934 an der Bernsteinstraße im Bereich der Lagerstadt Carnuntums (canabae legionis) aufgedeckt. Es weist eine zweisprachige Inschrift auf (Latein, und ein griechisches Grabgedicht).
Im Eingangsbereich der Römerstadt Carnuntum wurde das Grabmal als modellhafte Rekonstruktion wiedererichtet.
Der Grabstein besitzt einen Giebel mit Akroteren. In einer halbrunden Nische ist das Porträt des Verstorbenen dargestellt. Der junge Mann trägt kurz geschnittenes Haar. Über der Tunika ist der Mantel mit schematischen Falten angegeben. Unterhalb der Inschrift ist ein Paar Schuhe in Umrisszeichnung mit den Spitzen zueinander dargestellt. Die beiden Schuhe sind entweder ein Handwerkszeichen oder es sind die Schuhe gemeint, die nach griechischem Brauch dem Toten für die Reise ins Jenseits mitgegeben wurden. Ein großer Teil des linken Inschriftfeldes ist ausgebrochen. Das Grabgedicht ist in griechischer Sprache verfasst.
Florus P(ublii) Vedi(i)
P(ublii) f(ilii) Fab(ia tribu) Germa
ni ser(vus) an(norum) XXVI
[h(ic)] s(itus) e(st)
[domi]nus ob meritis
[eius] fecit
Florus, Sklave des Publius Vedius Germanus, Sohn des Publius, eingetragen in der Tribus Fabia, 26 Jahre alt, liegt hier begraben. Sein Herr hat wegen seiner Verdienste dieses Grabmal errichtet.
Grabgedicht: Nicht Heirat, nicht Hochzeit, nicht Brautbett habe ich gesehen. Ich liege neben der Straße beim Grabstein gebettet. Sei gegrüßt Florus! Sei gegrüßt auch du, Fremdling, wer immer du bist.
Material: Kalksandstein
Datierung: Mitte 1. Jh. n. Chr.
Ortsangabe: aktuell Römerstadt Carnuntum, Eingangsgebäude; Fundort: Carnuntum, Lagerfriedhof
Gesprächspartner: Marina Brandtner, Römerstadt Carnuntum, Petronell-Carnuntum
Foto: APC