Michael Kos & Max Seibald „KALTES FELD“

Die permanente, monumentale Installation QUERFELD ist ein Denkmal der Verteidigungsvorbereitungen Österreichs im Kalten Krieg und der ambivalenten Situation im Grenzraum am Schnittpunkt dreier Kulturen am Dreiländereck auf österreichischer Seite. Sie ist dreiteilig und verwendet Panzerigel des Bundesheeres als Material (militärische Sperrkreuze zum Stoppen und Kanalisieren von Fahrzeugen). Sie wurden sandgestrahlt, vom klassischen Grün auf Weiß umlackiert, mit Begriffen in schwarzer Schrift versehen und auf große Corten-Stahlsockeln montiert.

Beim Hauptelement KALTES FELD am Grenzübergang Wurzenpass (Berg) wurden 18 Panzerigel als Module verwendet und zu einem kristallinen Raumkörper aufgebaut. Er trägt 68 Begriffe aus dem Kontext des Kalten Krieges und der Raumverteidigung.
Beim Doppelelement LEXIKON DER BERÜHRUNG (Tal) an der Bundesstraße 109 in Riegersdorf wurden jeweils 10 Panzerigel links und rechts der Bundesstraße 109 am Weg zum Wurzenpass in einer Reihe hintereinander aufgestellt. Sie liegen bewusst untypisch wie eine Allee neben der Straße, statt als Sperre quer darüber und tragen auf jedem Panzerigel zweisprachig 20 positiv konnotierte Signalworte. Im Ostflügel in Deutsch-Slowenisch und am West-Flügel in Deutsch-Italienisch. Worte wie LIEBKOSUNG oder ZUTRAULICH erfahren plötzlich eine eigentümliche Prägnanz, wenn sie auf militärischem Gerät aufscheinen.

Die permanente Installation entstand im Auftrag von Andreas Scherer als Initiator und Betreiber des privaten Bunkermuseums Wurzenpass/Kärnten an die beiden österreichischen Künstler Michael Kos und Max Seibald. Ziel war es, im Umfeld des Museums in der ehemaligen Sperrstellung im Schlüsselraum WURZEN/73 den öffentlichen Raum als Bogen zwischen Beginn (Tal) und Ende (Berg) der Wurzenpass-Bundesstraße B109 unübersehbar zu gestalten und inhaltlich zu  intervenieren. Dabei sollte die Thematik Kalter Krieg/Verteidigungsvorbereitungen sowie das Gegenüber/Gegeneinander und Nebeneinander/Miteinander am Dreiländereck vermittelt und bewusst gemacht werden. Die praktische Realisierung erfolgte durch die Künstler gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesheer (Heereslogistikzentrum Klagenfurt und Pionierbataillon Villach) mit Unterstützung der Marktgemeinde Arnoldstein sowie durch Co-Finanzierung der Europäischen Union und des Verteidigungsministeriums.
        

Material: Stahl
Datierung: 9. Mai 2008
Ortsangabe: Grenzübergang Wurzenpass + Riegersdorf (B109)

Gesprächspartner: Andreas Scherer, Bunkermuseum Wurzenpass/Kärnten