Eine Galerie der (sprechenden) Dinge im Literaturmuseum. Mehrsprachig & vielstimmig von Herkunft erzählen

Freitag, 16. Oktober, 11:00 Uhr – Im Dialog: Zwei Projekte, ein Thema: Sprache, Macht und Identität

Von 24. April 2025 bis 15. Februar 2026 war im Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien die Sonderausstellung Woher wir kommen. Literatur und Herkunft zu sehen. Im Mittelpunkt standen literarische Herkunftsgeschichten, die vom Aufwachsen, Weggehen und Zurückkehren, vom sich Erinnern und neu Erfinden erzählten.

Das räumliche Zentrum der Ausstellung bildete eine mehrsprachige „Galerie der Dinge“, die repräsentative und persönliche Gegenstände zum Thema Herkunft präsentierte und dazu Statements auf Arabisch, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch, Deutsch, Englisch, Farsi, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Polnisch und Russisch zur Verfügung stellte. Ob ein Röhrenfernseher, ein Kupferarmband aus dem Kongo oder ein iranischer Pass, die Objekte machten deutlich: Herkunft manifestiert sich in Dingen, soziale Unterschiede wie Gemeinsamkeiten werden an ihnen deutlich. Erinnerungstücke, Nippes aus dem Familienfundus oder Alltagsgegenstände aus der Kindheit erzählen vielstimmige Geschichten über Herkunft, Lebensläufe, über familiäre und andere Beziehungen. Vor Ort wurden die Besucher:innen nach ihren persönlichen Herkunftsobjekten gefragt und so ein Resonanzraum zwischen Publikum, Dingen und den dahinter verborgenen Erzählungen geschaffen. 

Cornelius Mitterer & Kerstin Putz, Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien – 16. Oktober, 11:00 Uhr – Im Dialog: Zwei Projekte, ein Thema: Sprache, Macht und Identität

 

(1) „Galerie der Dinge“, Raumansicht der Sonderausstellung Woher wir kommen. Literatur und Herkunft, Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek, (2) Weste von Omar Khir Alanam, (3) Puppe von Milena Michiko FlašarFotos: Kerstin Putz