Inklusion im Museum – „Klang ohne Grenzen“ im Beethovenhaus Baden

Freitag, 16. Oktober, 11:00 Uhr – Im Dialog: Zwei Projekte, ein Thema: Sprache, Macht und Identität

Mit dem Projekt Klang ohne Grenzen hat das Beethovenhaus Baden ein zukunftsweisendes Inklusionsprojekt umgesetzt, das neue Maßstäbe für kulturelle Teilhabe setzt. Ausgangspunkt war der bewegende Besuch des japanischen White Hands Chorus im Jahr 2024, bei dem hörende und gehörlose Künstler:innen gemeinsam Musik und Gebärdensprache verbanden. Dabei wurde deutlich, wie stark sich das Beethovenhaus – insbesondere durch Beethovens eigene Ertaubung – als Ort eignet, um das Thema Gehörlosigkeit erfahrbar zu machen.

Ab 2025 entwickelte das Beethovenhaus Baden ein umfassendes Vermittlungsprogramm für gehörlose, schwerhörige und hörende Besucherinnen und Besucher. Herzstück des Projekts ist ein kostenloser digitaler Guide in österreichischer Gebärdensprache, der über das Smartphone genutzt werden kann und dauerhaft zur Verfügung steht. Damit wurde ein nachhaltiges, barrierefreies Angebot geschaffen, das weit über den klassischen Museumsbesuch hinausreicht.
Ergänzt wurde das Projekt durch Führungen in Gebärdensprache gemeinsam mit dem Gehörlosenverein WITAF, Vorträge, Workshops zur Gebärdensprache sowie Informationsveranstaltungen für Pädagoginnen und Pädagogen. Besonders hervorzuheben ist dabei der inklusive Ansatz: Hörende und gehörlose Menschen konnten gemeinsam an Veranstaltungen teilnehmen und miteinander in Austausch treten. Die Resonanz der Teilnehmenden war durchwegs sehr positiv. Beethoven wurde dabei vielfach als inspirierendes Vorbild wahrgenommen – als Künstler, der trotz vollständiger Ertaubung weiterhin weltberühmte Werke komponierte.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Arbeit mit Schulen. Das eigens entwickelte Vermittlungsprogramm Klang ohne Grenzen verbindet Musik, Geschichte, Kommunikation und soziale Kompetenz. Schüler:innen setzen sich interaktiv mit den Themen Hören, Gebärdensprache, Barrierefreiheit und Inklusion auseinander. Das Angebot stieß auf großes Interesse und wurde bereits für 2026 weitergebucht.

Das Projekt wurde von intensiver Öffentlichkeitsarbeit begleitet und fand starke mediale Beachtung. Einen besonderen Erfolg stellte die Auszeichnung des Projekts durch das BhW Niederösterreich in der Kategorie „Kultur und Tourismus“ für barrierefreie Projekte dar.

Klang ohne Grenzen zeigt eindrucksvoll, wie Museen zu offenen, inklusiven Begegnungsorten werden können. Das Projekt hat nicht nur neue Zielgruppen erreicht, sondern auch das Bewusstsein für Inklusion nachhaltig gestärkt – innerhalb des Museumsteams ebenso wie bei den Besucherinnen und Besuchern. Durch den dauerhaft verfügbaren Gebärdensprach-Guide und die langfristig geplanten Bildungsangebote bleibt das Thema fest im Beethovenhaus Baden verankert und dient als beispielgebendes Modell für kulturelle Teilhabe und gelebte Inklusion.