Beschriftungstafeln im Botanischen Garten Klagenfurt

kärnten.museum: Kärntner Botanikzentrum, Klagenfurt am Wörthersee

Beschriftungstafeln sind unverzichtbare Informationsträger in botanischen Gärten. Sie enthalten bestimmte Mindestangaben zur ausgestellten Pflanze und sind nicht nur in verschiedenen Gärten unterschiedlich gestaltet, sie differieren häufig auch innerhalb eines Gartens. Letzteres liegt nicht nur an unterschiedlichem Alter und den damit verbundenen unterschiedlichen Materialien, Moden und dem Wissensstand der jeweiligen Zeit, sondern oft auch am Informationsgehalt. Dazu kommen noch spezielle sprachliche Ebenen.

Zentral ist die Angabe des Pflanzennamens. Diese erfolgt auf wissenschaftlicher Ebene in lateinischer Sprache. Oft wird der Name jener Person, welche diesen Namen erstmals publiziert hat, hinzugestellt. Nicht zwingend ist die systematische Zuordnung zu einer Pflanzenfamilie. Für die wissenschaftliche Benennung von Pflanzen gibt es eine internationale Norm, die regelmäßig aktualisiert wird. Abweichungen von dieser Norm bedeuten ungültige Namen. Für Namen in Regionalsprachen, sogenannte Vernakularnamen, existieren keine Normen. Sie entsprechen örtlichen Gepflogenheiten oder sie sind (oft schlechte) Übersetzungen, die jedoch in größeren geografischen Gebieten verstanden werden können. Im Botanischen Garten Klagenfurt verwenden wir für Vernakularnamen Sprachen mit möglichst weiter Verbreitung aus unterschiedlichsten Weltgegenden und beziehen uns dabei auf lokale botanische Fachliteratur. 

Oft werden zusätzliche Informationen angegeben, die das Verbreitungsgebiet umreißen, auf spezielle Eigenschaften der Pflanze hinweisen und seit wenigen Jahren auch eine Inventarnummer, die in internationalem Kontext steht. Da der Platz auf Beschriftungstafeln stark limitiert ist, werden diese Angaben oft abgekürzt. In manchen Gärten erfolgt dies sehr individuell. Da solche Tafeln nicht leicht interpretierbar sind, verwenden wir nur genormte Abkürzungen oder wir verzichten gänzlich darauf.
Eine weitere informative Ebene eröffnet die Angabe von Drogennamen. Dies ist in Bereichen mit pharmakologisch relevanten Pflanzen, sogenannten Kräutergärten, der Fall. Drogennamen sind sehr konservativ, ebenfalls in lateinischer Sprache und bezeichnen nicht nur die Pflanzenart, sondern auch den verwendeten Pflanzenteil. Aufgrund neuerer botanischer Ergebnisse, die eine Auswirkung auf lateinische Pflanzennamen haben, können diese von konservativen Drogennamen durchaus abweichen. Im Quartier der Heil- und Giftpflanzen im Botanischen Garten Klagenfurt geben wir deshalb beide Namen an.
Um auch Personen mit eingeschränktem Sehvermögen Zugang zu Informationen zu ermöglichen, sind an ausgewählten Stellen im Garten Beschriftungstafeln in Brailleschrift ausgefertigt.

Material: Keramik, eloxiertes Aluminium
Datierung: 1920–2026   
Ortsangabe: Klagenfurt

Gesprächspartner: Roland Eberwein, kärnten.museum, Klagenfurt am Wörthersee

     

Foto: LMK