Hl. „Kümmernis“ (Wilgefortis)

Museum Horn

Die Kümmernis ist eigentlich keine Heilige, ihre Person muss dem mythologischen Volksglauben zugerechnet werden. Sie sei die Tochter eines heidnischen Königs gewesen, die sie zum Christentum bekannte und sich gegen die vom Vater erzwungene Heirat wehrte. Diese Auflehnung brachte sie in den Kerker, wo sie sich von Gott eine Verunstaltung ihres Gesichts erbat, damit niemand sie mehr heiraten möchte. Daraufhin wuchs ihr ein Bart und ihr wutentbrannter Vater ließ sie ans Kreuz schlagen. Sie wurde im Alpenraum sehr verehrt und ist Patronin der Frau und hilft bei sexuellen Angelegenheiten aller Art (z. B. Kinderlosigkeit, ehelichen Schwierigkeiten).

Die Heiligenfigur der Heiligenfigur „Kümmernis“ (Hl. Wilgfortis) fand erstmals nach dem fulminanten Sieg von Tom Neuwirth als Conchita beim Song Contest 2014 mit einer Sonderausstellung im Museum Horn noch im selben Jahr große Beachtung. Das Begleitheft dazu Oh, du Hl. Kümmernis, herausgegeben vom Museumsverein in Horn als MusDoc 01/2014, wurde vom damaligen Museumsleiter Anton Kurz und dem nun verschollenen Schriftsteller Bodo Hell gestaltet.

In Vorbereitung des ESC 2026 wurde vom Verein für queere Kultur und Geschichte im Museum QWien die Ausstellung „United in Queerness gestaltet und dort auch die Heilige Kümmernis als Leihgabe gezeigt. Eine Expertise wird noch vom Kunsthistoriker Andreas Gamerith erarbeitet.

Material: Holz, Glas, Metall, Kunststoff, Papier, Magnetbänder (Kassetten), diverse Alltagsmaterialien (Inhalt der Objektschublade)
Maße: Höhe 68 cm
Datierung: Vitrine (Integration in Dauerausstellung): 2022; Objektbestände im Nachlass: ca. 1970er-Jahre bis 2016
Ortsangabe: Vorarlberg

Gesprächspartner: Anton Mück, Museum Horn, Horn

 

Foto: Museum Horn